Allgemein · Bücher · Buchrezension

#Buchrezension – Marc Elsberg – Helix: Sie werden uns ersetzen

Dieses Buch habe ich bereits vor einer Weile beim Bloggerportal bestellt und dann unangemessen lange auf dem SuB liegen lassen. Es verhält sich jedoch so mit Sience-Fiction, dass ich eine gewisse Stimmungslage unerlässlich fürs Lesen finde. Die Laune fand ich nun endlich, lasst uns loslegen. Hier noch ein grosses Dankeschön an den Blanvalet-Verlag und das Bloggerportal für das Buch.

Dies war mein erstes Rendezvous mit dem Autor, obwohl mir Black out schon von sehr vielen bekannten empfohlen wurde (die Zeit kommt auch bestimmt).

Über die Story: Der US-Aussenminister kommt unter mysteriösen Umständen ums Leben. In Afrika züchten die ärmsten Bauern Wundermais und Helen Cole bekommt nicht nur ein Baby, sondern ein äusserst verlockendes Angebot.

Was mir gefiel:

Die Aufmachung des Buches. Ansprechendes Cover. Aber der richtige Coup kommt sobald du es öffnest. Ich dachte erst, der Verlag hätte gespart und das Schwarz des Innencovers wäre ausgebleicht. Haha, weit gefehlt. Es ist ein Southern-Blot. Also DNA. Ich liebe es.

Der Schreibstil ist sehr sauber, die Gliederung in kurze Kapitel auch eine gute Wahl. Die vielen Erzähler bringen die Geschichte langsam auf den gleichen Nenner. Zudem nicht allzu viel Exposition was den wissenschaftlichen Hintergrund angeht. (Fun Fact: Ich war auf einer Fortbildung und die letzte Vorlesung hatte zum Thema: Zukunft der Medizin. Ich hatte dieses Buch dabei und es erschien CRISPR/Cas9 auf der Folie. So ein beunruhigendes Gefühl.)

Die Spannung baut sich zwar für meinen Geschmack etwas langsam auf, aber gegen Ende… oh boy. Brillant. Ganz ehrlich, das Buch lohnt sich sogar nur für die letzten 2 Seiten. Holt dich aus der Fiktion in die Realität in einer Sekunde mit einem Kopfschütteln. Es werden schwere Fragen aufgeworfen und ich habe auch während dem Lesen mehrmals umgedacht und teils richtig Angst bekommen. Nachdenken und Angst ist eine gewinnende Kombi.

(Noch ein kleines Plus, such mal die Website www.helix-das-buch.de auf, interessante Facts, Interview mit dem Autor und viel mehr, wirklich spassig und schön aufgebaut.)

Was mir nicht gefiel:

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Dieser kleine, nebensächliche Flirt/Lovestory zwischen 2 der Protagonisten hat mich etwas gestört. Empfand ich einfach als unnötig.

Das Tempo war mir etwas zu langsam. Der letzte Abschnitt hat es zwar perfekt hingekriegt, davor aber hatte ich tei
lweise Mühe.

Für wen und für wann: Verschwörungstheoretiker, möchtegern-Genforscher, und alle Thriller-Fans. Lohnt sich für die paar schlaflosen Stunden.

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#Buchrezension – Chris Kraus – Das kalte Blut

Endlich. Fast einen Monat hat es mich gekostet. Ich wollte es 3x abbrechen. Gelitten habe ich. Geschimpft. Gedroht dieses Buch in Brand zu setzten. Also jetzt versuche ich mich wieder zu fangen, ein bisschen von der rosa Nostalgie heraufzubeschwören und eine gewissermassen objektive Rezension auf den Tisch zu knallen. Let’s do this.

Was hat mich dazu bewogen dieses Werk vom Regal zu nehmen? Der Titel hat geholfen, mysteriös, alles mit Blut hat schon mal minimales Interesse verdient. Und dann der Klappentext. II. Weltkrieg, KGB, Agenten… Sold. Der Autor sagt mir wie so manch anderer Nichts. (Jetzt natürlich schon, Nachsicht eben)IMG_4953

Über die Story: Die Gebrüder Solm schlagen sich durch die Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts.  Nicht immer auf der gleichen Seite, bei allen vorhandenen Geheimdiensten, die grosse Liebe, Ev, immer fest im Blick. Und das alles 1187 Seiten lang.

#################SPOILER-WARNUNG###################

Was mir gefiel:

Der Gebrauch der deutschen Sprache. Kompliziert, wunderschön. Bravo.

Der Anfang. Die Ursprungsgeschichte der Familie. Grossvater und die Kommunisten. Alles bis ca. 1938 war spannend.

Die Struktur. Den Hauptdarsteller selber erzählen zu lassen spoilert zwar den Schluss, ist aber in diesem Fall nicht besonders störend gewesen. Der arme Hippie und Spital-Setting gaben noch ein Fünkchen Würze dazu.

Was mir nicht gefiel:

Oh wo soll ich denn Anfangen?

Mit dem offensichtlichen. Zu lang. Viel zu lang. Ich hätte am Rande meiner Geistesgegenwart 800 Seiten durchgehalten. Spätestens ab Israel war es mir einfach zu viel. Und ich sage bewusst spätestens. Yeah, i get it. Die Welt ist ein ganz schlimmer Ort und ex-Nazis sitzen im Bundestag. Trotzdem zu lang.

Der Hauptdarsteller. Ich meine come on. Entweder du bist knall hart und machst ein echtes, unverfälschtes Arschloch zu deinem Protagonisten. Gab es alles schon. Du willst über Agenten schreiben? Und SS und KGB? Mach das. Aber so eine lauwarme Künstlerseele die dann doch nie einen moralischen Knochen im Leib besitzt und jeden liquidiert und in das Massengrab reinschiesst… Aber trotzdem wird er ja immer nur aufgrund von äusseren Umständen in Rollen gedrängt, die er sich nicht aussuchen kann. Blöd. Ich meine, viele von euch habe wahrscheinlich das Unglück, kein ungarisch zu sprechen. Es gibt nämlich ein kurzes, knackiges, ungarisches Buch mit dem Titel Orgie. Und dieses Buch handelt von einer sehr dunklen Zeit des II. Weltkrieges und von einem Protagonisten der aus der Opferrolle in die Gegenmannschaft wechselt. Spannend und glaubwürdig. Der Beweis existiert, das geht auch anders. Ich sage es ja nur.

Die Hauptdarstellerin. Don’t even get me started. Hasse das Weib. Wünsche ihr einen baldigen, schmerzhaften Tod.

Da der Spoiler-Alert schon ausgesprochen wurde noch kurz: ich musste laut auflachen, dass der Typ sich echt selbst in den Kopf geschossen hat. Wie passend.

#########SPOILER ZUENDE##############

Für wen und für wann: Hast du sehr viel Zeit und das Temperament eines Tiefseefisches? Lies.

 

PS: Objektivität ist mir offensichtlich nicht gelungen. Mea culpa.

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#Buchrezension – Neil Gaiman – American gods

Erstmal ein kleiner Kommentar vorab: Die grossen Pausen und verminderte Aktivität auf meinem kleinen Blog sind zum Teil dem Sommer (sooo viel gutes Wetter), zum Teil auch den 1000-Seiten-Monstern in meinem current Reading zu verdanken. Ich versuche nun nach meinem Urlaub wieder etwas aktiver zu sein.

Endlich eine der ältesten SuB-Leichen vom Platz gefegt! Vielversprechende Trailer und Bilder aus der Serie haben mich natürlich erreicht, so musste ich die Autorenversion dieses Romans aus den Abgründen meines Kindle holen.IMG_4860

Zu Herrn Gaiman nur so viel, ich habe eine eher komplizierte Beziehung zu ihm und seinem Lebenswerk. Bisher nur einen Roman von ihm gelesen (Good Omens), und nicht sonderlich gemocht. Wahrscheinlich lag American gods auch deshalb so ewig lange auf meinem SuB. Das Buch ist 2001 erschienen und hat prompt etliche Preise abgeräumt und ist auf fast allen empfohlenen Leselisten im Internet (zumindest auf den amerikanischen) vertreten.

Über die Story: Shadow wurde gerade nach 3 Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Seine Frau ist tot und er bekommt ein dubioses Jobangebot von einem mysteriösen Fremden namens Wednesday. Mit ihm macht er sich auf eine magische Reise durch die USA. Sie ziehen in einen epischen Krieg zwischen Alt und Neu.

Was mir gefiel:

Das Konzept ist umwerfend. Die ganze Grundidee und der Aufbau… Wow. Neil Gaiman hat extensive Recherche betrieben und es lohnt sich.

Magischer Realismus ist ja bekanntlich nicht so meins, aber hier finde ich die Balance zwischen wirklich und unwirklich nicht störend. Alltagssituationen mit einem kleinen Detail, das aus der Reihe tanzt. (Ausnahmen bilden vielleicht die ausgiebigen Traumsequenzen)

Die Charaktere sind sehr komplex, ausgereift und sympathisch. Nichts wird zu Tode diskutiert oder überbeschrieben. Vor allem Shadow. Ich bin Fan.

Was mir nicht gefiel:

Wiedermal das verfluchte Tempo. Es war wie auf hoher See ohne Motorboot. Manchmal windstill und unglaublich lang und teilweise langweilig, dann wieder stürmisch und packend. Nur leider nicht in ausgeglichenem Masse. Durch einige Teile musste ich hart durchpowern.

Ich glaube mein Vorwissen in Sachen Mythologie hat in diesem Fall nicht ganz ausgereicht. Etwas mehr Hintergrund hätte ich interessant gefunden.

Für wen und für wann: Für Mythologie- und Relegionsfreaks. Und alle anderen. Es ist schliesslich ein Klassiker. Einfach lesen.

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#Buchrezension – Blake Crouch – Dark matter (Der Zeitenläufer)

Also gut, herauszögern bringt auch nichts. Das Buch ist bei mir gelandet wegen dem Hype. Ganz einfach. So viele haben geschwärmt. Sogar der Buchhändler bei Hugendubel. Die Massen können ja nicht falsch liegen. Oder?

Die Story: Ist extrem schwer ohne Spoiler zu beschreiben. Kennt ihr Schrödingers Katze? Denkt mal darüber nach. Wir haben einen Protagonisten (Jason), der mit einigen Aspekten seines Lebens zufrieden, mit anderen eher unzufrieden ist (oh, hatten wir alle sicher noch nie). Eines Tages wird er gezwungen zwischen dem zu wählen was er hat und was er schon immer wollte. Und noch vieles andere.IMG_4740

Meine Meinung: Leute, kreuzigt mich bitte nicht. Ich habe es gehasst. Ich tue mir schwer zu definieren, was mir ganz genau so übel missfallen hat. An sich, vom Aufbau und vom Schreibstil nichts grundsätzlich schlechtes. Die gute Grundidee (hier keine Spoiler) wurde leider vereinfacht und wage ausgeführt. Kurzum, verschwendetes Potenzial. Zudem so vorhersehbar. Ich habe 3 Wochen lang gehofft, nein, gebetet es möge ein überraschendes, brillantes Ende dieses Werk aus dem Mittelmass heben. Ist nie passiert. Der Protagonist und die Protagonistin waren mir auch eher unsympathisch.

Ah, sehen wir es doch ein. Ich sitze hier seit gefühlten 3 Stunden und mir fällt nichts nettes ein. Ich bin es leid so viel böses zu schreiben, ich höre auf.

Für wen und für wann: Überhaupt nicht meins. Vielleicht gefällt es dir. Objektiv kein schäbiges Buch, subjektiv null emotionale Bindung und kein gewecktes Interesse meinerseits.

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#Buchrezension – Kanae Minato – Geständnisse

Mein zweites schönes Geschenk vom C.Bertelsmann Verlag über das Bloggerportal. Als ich es letzte Woche zum ersten Mal in den Händen hielt, musste ich es unbedingt anfangen. Schon das Cover verleitet sofort zum Lesen.IMG_4690

Die Fakten: Der erste Bestseller von Schriftstellerin Kanae Minato. 2008 in Japan erschienen und bereits verfilmt. Die deutsche Übersetzung ist aus 2017, von Sabine Lohmann. Wie oben schon erwähnt beim C.Bertelsmann Verlag. Knackige Wochenendlektüre mit 270 Seiten.

Die Story: Tragödie in der Mittelschule. Die 4-jährige Tochter der Lehrerin wird tot im Swimmingpool der Schule aufgefunden. Am letzten Schultag schockiert die Mutter ihre Klasse mit einem Geständnis: der Tod ihrer Tochter war kein Unfall und es ist an der Zeit für die Schuldigen zu büssen.

Meine Meinung: Wir lassen jetzt einmal den Nonsens mit gefällt und nicht gefällt. Das Buch war der Wahnsinn. Ich würde Nichts ändern wollen. Trotzdem muss ich meine Online-Platform dazu nutzen, ein bisschen über die moralischen Implikationen und Geschehnisse im Roman zu sinnieren. Eine ganz milde SPOILERWARNUNG ist wohl angebracht.

Eines meiner Lieblingselemente ist die Struktur. Dieses Buch ist brillant aufgebaut. Passend zum Titel wird die Handlung durch mehrere Erzähler aus jedem einzelnen Blickwinkel, Stück für Stück beleuchtet. Der Fokus ist jeweils introvertiert, die Handlung ist in den Gedankenstrom eingeflochten. Ein packender Thriller, mit einem ungewöhnlich langsamen Tempo. Was gerade wegen der Perspektive überhaupt nicht störend wirkt. Das Gefühl ist definitiv da, in einen weit entfernet Kulturkreis einzutauchen und ich masse mir nicht an, alle spezifischen Verhaltensmuster zu verstehen. Ich kann mich teilweise in die Charaktere hineinversetzen, es bleibt aber immer eine gewisse Distanz im Raum. Und das ist auch gut so.

Die aufgegriffenen Themen erinnern absolut an meinen grossen russischen Helden: Dostojewskij. Er wird passender Weise sogar namentlich erwähnt. Und jetzt holen wir Mal etwas weiter aus. In der neueren deutschen Übersetzung hat der Klassiker Schuld und Sühne den kontemporären Titel Verbrechen und Strafe erhalten. Nicht alle Neuerungen sind Verbesserungen. Für mich jedenfalls. Es ist zwar etwas länger her, das ich Schuld und Sühne gelesen habe, aber ich denke eben die moralischen, fast schon religiös angehauchten Bedeutungen dieser zwei Wörter spielen im Roman eine grosse Rolle. Ja, ich sehe ja ein, dass der neue Titel eventuell dem Russischen Original näher kommt, aber inhaltlich finde ich, das es eben um Schuld und Sühne geht. Um die Empfindungen der Hauptfigur. Wenn wir jetzt zurück zu unseren Geständnissen kommen, befinden wir uns in einem update, transportieren Schuld und Sühne in das 21. Jahrhundert. Und hier passt Verbrechen und Strafe wie die Faust aufs Auge. Aktion-Reaktion, Taten-Konsequenzen. Kühl, kalkuliert, reuelos. Mord für die Einschaltquoten. Wahr.

Für wen und für wann: Lesen. Unbedingt. So anders, so spannend, so verstörend. So gut.

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#Hörbuchrezension – Jilliane Hoffman – Insomnia (Gekürzte Lesung)

Wie bereits allen bekannt liebe ich mein Spotify. Und was ich zuvor von Jillian Hoffman gelesen habe (Cupido), liebe ich auch. Also hat es sich bei meinem ersten Solo-Wanderausflug nur allzu selbstverständlich angeboten, das nächste Hörbuch dieser Autorin mitzunehmen. Fragt sich nur noch, wieso ein solcher Hasenfuss, wie ich es nun einmal bin, einen knallharten Thriller alleine im Wald hören muss. Nun ja, zu viel studieren macht auch nicht gesund.

Die Fakten: Dies ist der zweite Roman um Ermittler Bobby Dees, den ersten (Mädchenfänger) habe ich nicht gelesen. Erschienen 2016. Das ganze umfasst 111 Tracks und beläuft sich, gekürzt wohlgemerkt, auf etwa 435 Minuten.

Über die Story: In Florida ist ein Serienmörder unterwegs. Der Hammermann: er quält, vergewaltigt und tötet unschuldige Mädchen und verhöhnt anschliessend die Polizei mit kryptischen Nachrichten über social Media. Dann entwischt eines der Opfer jedoch den Fängen des Psychopathen und es ist an Bobby Dees, den Fall zu lösen.

Was mit gefiel:

Sprecherin Andrea Sawatzki macht ihre Sache wirklich gut. Ich höre meistens lieber männliche Stimmen, weil mir die höheren Tonlagen Kopfschmerzen machen (here`s looking at you, Charlotte Roche), ihr habe ich jedoch ohne Probleme 4 Stunden zuhören können. Also sehr zufrieden.IMG_4685

Die Story ist wieder packend erzählt, das Tempo 100% on point. Die Spannung steigt bei Seite 1 ein. So soll es sein.

Sympathische Charaktere. Natürlich ist eine starke, unabhängige Protagonistin mit einer belasteten Vergangenheit ein Muss, aber selbst sie ist nachvollziehbar.

Was mir nicht gefiel:

Hier ein SPOILER ALERT!!!

Es ist das selbe Buch. Sie kommt damit durch, weil es ein spannendes und gut geschriebenes Buch ist, aber es ist essentiell Cupido 2.0. Lasst es mich zusammenfassen: Mädchen mit traumatischer Vergangenheit wird in einen aktuellen Fall mit psychopathischem Serienmörder reingezogen. Dieser kidnappt, vergewaltigt und tötet Junge Mädchen. Oh, die Protagonistin ist auch noch auf dem Weg zur juristischen Karriere in der Staatsanwaltschaft. Es gibt eine kleine Romanze mit einem Polizisten. Und am Ende schnappen wir einen Mörder, der dann doch nicht der Eine ist den wir gesucht haben, der dann in einem blutigen Showdown durch die Protagonistin sein Leben lässt. Also bitte schön. Selbes Buch.

SPOILER ZU ENDE!!!

Für wen und für wann: Es ist ein spannendes, böses Buch. Für alle Thrillerfans. Für alle Grusellustigen. Und alle die froh sind, nicht in Florida zu wohnen.

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#Buchrezension Julian Fellowes – Belgravia

Bookstagram hat mir bereits in den wenigen Monaten, in der ich diese Platform nutze, sehr viel positives beschert. Aus aktuellem Anlass zum Beispiel meine Registration auf dem Bloggerportal. Und vor ca. 2 Wochen habe ich meine erste Buchpost bekommen. Es war dieses schöne Hardcover vom C. Bertelsmann Verlag drin und ich habe mich riesig gefreut. Sofort gelesen habe ich auch (in einem Tempo, das durch Wochenend- und Nachtdienste deutlich reduziert wurde).

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Über den Autor: Julian Fellowes sollte jedem, der auch nur ein hauch von Serien- oder Filmjunkie ist, etwas sagen. Downton Abbey, meine Leute. Wenn ihr es nicht kennt, um Gottes Willen, wo lebt ihr denn, es kam sogar in Iron Man 3 vor. So berühmt ist die Serie. So viel davon.

Über die Story: London in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Zwei Familien aus verschiedenen Schichten der feinen Gesellschaft mit komplizierten Verhältnissen und einem 25-Jahre-alten Geheimnis, das sie für immer verbindet. Liebe, Intrigen und riesige Vermögen, die auf den richtigen Erben warten.

Was mir gefiel:

Julian Fellowes knows his stuff. Er ist einfach anstandslos in dieser Epoche Zuhause und das spürt der Leser in jedem Satz. Der Roman liest sich wie Hugo oder Tolstoi, wird dabei jedoch den Anforderungen der modernen Leserschaft gerecht. Nicht zuletzt in der Begrenzung. 448 Seiten sind doch leichter zu verdauen als 800+. (Ja, Schande über mein Haupt, bin jeweils 2x an Les Miserables UND Krieg und Frieden gescheitert)

Komplexe Figuren, die wir im Laufe der Geschichte kennen und mögen lernen können.

Die Story selber. (Wort der Vorwarnung, wird auf in der nicht gefallen Kategorie vorkommen) Es kam Spannung auf. Die Handlung bewegt sich sehr Flüssig voran und der Leser wird förmlich in diesen Sog gerissen. Ich war gespannt auf das Ende.

Die Aufmachung. Ein wirklich schickes Buch. Ich bin eher pro-Paperback, aber Mal so ein Hardcover in der Hand halten ist auch ganz nett.

Was mir nicht gefiel:

Eben jetzt wieder: die Handlung. Es hat mir an Komplexität gefehlt. Eine nette Geschichte, aber am Ende lässt sie sich in ca. 3 Sätzen zusammenfassen. Zwar verschiedene Blickwinkel, aber letztendlich ein Handlungsstrang. Es hätte ein bisschen MEHR reingepasst.

Für wen und für wann: Für Downton Abbey Fans, Jane Austen Mädchen und für alle die gerade ein ganz böses Buch gelesen haben und jetzt etwas beruhigendes möchten. Oder für jemanden, der sich nicht an die alten Klassiker wagt und das gleiche Gefühl mit moderner Lektüre heraufbeschwören möchte.

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#Buchrezension Jon Krakauer – Into thin air

Nicht viele wissen das, aber ich – die unsportliche, nicht besonders gut koordinierte – habe eine unerklärliche Faszination mit hohen Bergen. Obwohl ich erst einmal auf 3200 Metern war und das auch mit der Bergbahn. Aber höher als Everest geht es wahrlich nicht mehr.

Beim Schreiben schaue ich mir übrigens eben den gleichnamigen Film aus 2016 an. Habe ihn auch schon im Kino gesehen und sehr genossen. Der Roman, der auch als Vorlage gedient hat, wurde mir eben erst vor 4 Tagen von einem meiner Oberärzte empfohlen. Meine Ungeduld hat mich noch am gleichen Abend zum Download auf mein Kindle veranlasst. Und halleluja, war das eine gute Entscheidung.

Über die Story: Wir schreiben das Jahr 1996 und Reporter Jon Krakauer macht sich auf den Weg, Mount Everest zu besteigen. Er ist Teil einer von erfahrenen Bergsteiger Rob Hall geführten Gruppe. Dieser hat den Everest-Tourismus und die sogenannten geführten (guided) Expeditionen wenige Jahre zuvor ins rollen gebracht und bereits 19 zahlende Kunden auf den Gipfel der Welt begleitet. Ohne Zwischenfälle. Bis jetzt. Denn 1996 nehmen die Ereignisse eine tragische Wendung und 12 Bergsteiger aus 4 Expeditionen lassen ihr Leben innerhalb 1 Monats auf dem Everest.

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Meine Meinung: Ich habe dieses Buch in 2 Tagen gelesen und kann nur schwer irgendwelche Kritikpunkte aus meinem Unterbewusstsein graben. Es hat mir einfach wahnsinnig gut gefallen. Ein Highlight meines Lesejahres bis jetzt. Das Gefühl dieser Erzählung aus erster Hand. Ich war die letzten 2 Tage mit Jon Krakauer auf dem Everest. Wirklich schön geschrieben (ich habe es auf Englisch gelesen), dynamisch, visceral im besten Sinne des Wortes. Obwohl ich genau wusste wie es ausgeht, hat es mich so mitgerissen, das ich es kaum weglegen konnte.

Natürlich muss ich einräumen, dass es jemandem, der nicht in diesem Masse fasziniert ist vom Thema, eventuell überhaupt nicht gefällt. Es ist sehr technisch und spezifisch. Echte Abenteuerlektüre.


Für wen und für wann:
Für alle die zu faul, zu fett, zu alt oder nur einfach zu rational und zu wenig lebensmüde sind um den Everest zu besteigen, es aber trotzdem und eben deswegen wollen. Ich Buche schon mal meinen trekking Trip zum base camp.

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#Buchrezension E. O. Chirovici – Das Buch der Spiegel

Erneut ein sehr gehyptes Werk, das halbe Internet ist am Lesen und den meisten hat es auch gefallen. Dies hat mich dazu veranlasst es in der Buchhandlung vom Regal zu heben. Ehrlicher Weise habe ich keine so eindeutig positive Meinung über das Werk. Das Lesen hat gefühlt ewig gedauert, zumindest deutlich länger, als es bei einem 370 Seiten-Roman unbedingt nötig gewesen wäre. Zugegeben, ich bin teilweise alle 4 Seiten mitten am Nachmittag eingeschlafen. Kein gutes Zeichen. Das Rezensieren fällt mir auch etwas schwer, dies ist vor allem meinen schwammigen und teilweise nicht vorhandenen Gefühlen dem Buch gegenüber zu verdanken. Ich versuche es trotzdem.

Erster englischsprachiger Roman von rumänischen Autor E. O. Chirovici. Ob sein Englisch gut oder mässig ist, kann ich leider nicht beurteilen, die Übersetzer Silvia Morawetz und Werner Schmitz schreiben auf jeden Fall in einwandfreiem Deutsch.

Über die Story: Ein ungeklärter Mordfall Ende der 1980-er Jahre. Psychologieprofessor Wieder wird in seinem eigenen Haus erschlagen. Nach 25 Jahren liegt ein Manuskript auf dem Tisch von Literaturagent Peter Katz und der Fall wird wieder aufgerollt. Die Suche nach Zeugen und Beteiligten führt uns auf die trügerischen Wasser der Erinnerung und wie sie von Zeit und subjektivem Empfinden geprägt wird.

IMG_4657Meine Meinung: Ich kann dieses Buch nicht in die üblichen Kategorien von gefällt oder nicht gefällt einteilen. Es war ja nicht schlecht per se, aber es verhält sich doch wie mit einer lauwarmen Suppe. Eine gewisse Spannung kam schon auf, die Geschichte entwickelte sich in die Richtung eines Kriminalromans. Gefallen haben mir auch die verschiedenen Erzähler, immer eine neue Perspektive. Enttäuscht hat mich am ehesten, das die Story sich nach dem vielversprechenden Anfang nirgendwo interessantes hinentwickelt hat. Eine unspektakuläre Konklusion. Und dann auch noch das Tüpfelchen auf dem I. Der Autor, der in seinem Nachwort lang und breit berichtet, was für ein bahnbrechendes Konzept er hier verfolgt hat mit Psychologie und der Subjektivität der Erinnerungen. Korrigiert mich ruhig, ich finde wenn der Meister sein Werk erklären muss weil es sich nicht selbst erklären kann, hat er was falsch gemacht. Soviel dazu.

 
Für wen und für wann: Für mich war dieses Buch eine Zeitverschwendung. Es gibt so viele bessere. Ich kann es einfach nicht mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

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#Hörbuchrezension Yrsa Sigurdardóttir – Geisterfjord

Vor nicht allzu langer Zeit wurde ich auf die wunderbarste Sache auf Instagram aufmerksam gemacht. Bei Spotify (wo ich bereits ein Abo besitze) stehen hunderte von Hörbüchern zur verfügung. Made my day. In den ersten 10 Minuten habe ich bereits ungefähr 13 Bücher heruntergeladen. Eines davon dieses Buch von meiner isländischen Lieblingsschriftstellerin (kenne keine anderen).

Über die Story: Katrin, Gardar und Lif machen sich auf in das verlassene Dorf Hesteyri um ein heruntergekommenes Ferienhaus zu renovieren. Der Kapitän lässt sie im leeren Dorf zurück, doch mit der Zeit beschleicht alle das Gefühl, dass sie nicht alleine sind. In der Zwischenzeit häufen sich die mysteriösen Ereignisse auch in Ísafjördur. Der Psychiater Freyr ist nach dem Verschwinden seines Sohnes vor seinem bisherigen Leben in die Westfjorde geflüchtet. Doch als er in einem Vandalismus-Fall die Ermittlungen zusammen mit Polizistin Dagny aufnimmt, scheint die Vergangenheit näher zu sein als er dachte.

Was mir gefiel:

Wie bestimmt schon viele wissen (haha, Sarkasmus), bin ich grosser Island-Fan. Ich kann es nicht ganz erklären, war ja noch nie da. Trotzdem. Und die ganze Geschichte um die Westfjorde und dieses tatsächlich in 1952 komplett verlassene Dorf Hesteyri hat mir sehr gut gefallen. Ein aussergewöhnliches und doch glaubwürdiges Setting.

Das Tempo. Das hat die Autorin bereits bei DNA gezeigt. Wir wechseln sehr oft zwischen Ísafjördur und Hesteyri und eben das gibt dem ganzen noch einen extra Kick. Der Schreibstil ist minimalistisch, spannend.

Sprecher Daniel Drewes macht seine Sache wirklich gut, hat eine angenehme Stimme mit vielen Facetten für die verschiedenen Charaktere.

Was mir nicht gefiel:

Nun ja, das ist jetzt eher indirekt und bedeutet nicht, das mir das Buch oder die Story nicht gefallen hat. Aber ich bin ein absoluter Panikwurm. Und hatte zu allem Überfluss 2 Wochen Spätdienst und musste um 22:00 nach Hause laufen. Was ja an sich in unserer Stadt kein Problem darstellt. Aber ich nach einer Geistergeschichte… Lasst euch nicht vom Titel beirren, es ist eine Geistergeschichte. Ich bin ja eher ein Fan von Romanen, wo sich am Ende eine rationale Erklärung und ein menschlicher (lebendiger) Killer findet. Bei diesem Roman war jedoch von Minute 30 an klar, dass dem nicht so sein wird. Ich habe sogar überlegt es abzubrechen, weil mein Gehirn mich seit ca. 2 Wochen vor dem Einschlafen regelmässig mit eingebildeten Geräuschen traktiert. Bin aber froh es doch beendet zu haben. Die Schwachpunkte der Story ergeben sich meiner Meinung nach auch aus dem Übernatürlichen. Aber das ich das so empfinde kann auch an meiner Präferenz fürs rationale liegen.

Für wen und für wann: Für Leute die Angst vor Geistern haben (einfach immer schön bei Tageslicht lesen wie ich) und auch für welche die keine Angst haben (die werden bestimmt viel früher fertig).